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Lebensgeschichten

Ich hatte eine schöne Kindheit, bin unbeschwert mit beiden Elternteilen und meinem Bruder aufgewachsen .Mein Leben schien perfekt .ich war allseits beliebt ,war aufgeschlossen und immer guter dinge,bis zu einem gewissen Tag ,der jetzt mittlerweile 3 Jahre her ist.

Ich möchte nicht weiter auf dieses Erlebnis eingehen,da es mir sehr schwer fällt darüber zu reden, nur soviel : Ich hatte einen schweren Reitunfall,den ich nie wirklich verarbeitet hab.Ich hab meine Tage im Krankenhaus abgelegen und bin nach hause gekommen als wenn nichts gewesen wär. Geweint oder mir gedanken über das ganze gemacht habe ich mir nie wieder. Seitdem habe ich eine Angst,die ich nicht definieren kann.es ist panik in mir ,und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll

Dann ,ein Jahr später starb meine Oma. Ich wusste gar nicht was ich noch tun konnte um das alles irgendwie zu verkraften, also hab ich alles von mir geschoben .Ich streichte die 2 Erlebnisse und tat so,als ob nie irgendetwas gewesen wär.Ich war nach aussen hin immer noch die Starke ,und jeder dachte ich steck alles mit links weg. Dann irgendwann kam eine schwierige zeit mit meiner mutter.Ich kam immer mehr in die Pupertät und wir hatten öfter Streit .manchmal haben wir Tage nicht miteinander geredet, oder sie hat mich nur angeschrien.Dazu kam,das ich mich einsam fühlte,und da es mit meinem Bruder nie Probleme gab,und meine Ma und er sich blendend verstanden kam in mir immer mehr das Gefühl,hier liebt mich eh keiner,meinen Bruder mögen die viel lieber ,auf. Zu der Zeit lernte ich auch meinen jetzigen Freund kennen.Ich war das erste mal so richtig verliebt ,und wollte unbedingt sofort eine feste beziehung .Er dagegen wollte lieber warten ,weil er es nich so mit beziehungen hatte.In mir kam wieder Panik auf : Du darfst nicht sagen,dass du das anders siehst,dann lässt er dich fallen,weil du ihn nervst und bedrängst !ich habe immer schön ja und Amen gesagt,weil die angst verletzt zu werden zu groß war. Ich hatte oft das Gefühl,trotz der tatsache das wir nicht zusammen waren, dass ihm alles wichtiger war,und das auch bestimmt in der beziehung (wenn es soweit kommt) sein wird. Er hat nie gemerkt ,wenn es mir nicht gut ging, und auch nich,das ich das alles eigentl. nicht so sah wie er.Er hat mich oft unbewusst verletzt,und ich wusste nicht mehr weiter. Dann habe ich angefangen nichts zu essen und dann so lange zu joggen,bis ich umkippte.Das schaffte mir in dieser Zeit erleichterung ,ich fühlte mich danach gut,irgendwie gereinigt. Von all dem ,hat er natürlich nix mitbekommen.

Ein paar Wochen später ,kamen wir endlich zusammen,ich konnte nicht mehr ,hab ihm gesagt : entweder ganz oder gar nicht !Ab da wars mit dem joggen und hungern vorbei. Ich beschloss das, was er mir in der zeit schon für verletzungen zugefügt hatte einfach mal wieder zu vergessen. Es lief mit uns ganz ok,aber mit meiner mutter wurde alles schlimmer. Es war herbst. ich hatte kein bock wie damals zu hungern und dann womöglich noch bei sauwetter zu joggen. Aber ich brauchte irgendetwas das den druck,den hass auf alles ,abzubauen. Wir stritten uns immer heftiger und irgendwann dacht ich : so mama,du hast es nicht anders verdient,ich zeig dir wie weh du mir tust,ich schneid mich absichtlich !ich plante das „erste Mal“ lange. Und nachdem es wieder mal streit gab,tat ich es. Es ging mir lange nicht mehr so gut, ich sah das blut,mir wurde warm….es war das schönste gefühl,das ich seit langem gespürt hatte. Seitdem tat ich es fast jeden tag,erst mit einem Katter ,danach mit rasierklingen,die ich in einer silberschatulle aufbewahrte…erst waren es nur kratze,danach wurde es immer tiefer.narben bildeten sich.Mein Freund merkte(oh wunder) das etwas nicht mit mir stimmte ,und irgendwann erzählte ich es ihm.Er verstand es natürlich überhaupt nicht,und dachte ich wollte mich umbringen.

Da fing die ganze scheiße erst richtig an,er sagte zwar immer ,ich komm damit klar,aber in wirklichkeit konnte er überhaupt nicht damit umgehen.Ich sagte ihm ,das einzigste was er für mich tun konnte wäre,das er für mich da ist wenn ich ihn brauche.ich wollte doch nur ein bisschen lieb und sehen das sich jemand um mich kümmert.meine mutter konnte ich da ja wohl voll vergessen.und der wollte ich das auch nich erzählen…die hätten mich bestimmt eingewiesen……Mein Freund sagte dann auch immer zu mir : ich bin für dich da.IMMER. das war der größte fehler ,das er dies je gesagt hat. Mir gings und gings nicht besser.und wenn ich dann anrief ,(war meist wochenende,weil schule war vorbei,ich war allein ,hatte keinen bock wegzugehen) hatte er nie zeit .ich hab geweint am telefon aber er meinte nur : sorry schatz,ich hab meinen kumpels versprochen,ich will da und da mit den hinfahrn……das leidige thema…große versprechungen ,und nichts dahinter …..das tat mir so weh. Diesen schmerz kann ich nicht mit worten beschreiben. Er war so ziemlich der einzigste ,dem ich vertraut habe,weil ich sehr misstrauisch gegenüber anderen bin,und meine freundinnen wohnen alle weiter weg,er wohnt 2 häuser weiter…….is klar ,dass ich ihn anrufe und bete : steh mir bei ! Das war ja anscheinend zuviel verlangt……damit ,dass er NIE für mich da war,wenn ich ihn gebraucht hab,hat er mihc kaputt gemacht. Ich ritzte und ritzte und ritzte…….ich konnte ihm keine liebe mehr geben ,weil ich so eiskalt geworden war…..eine stimme sagte nur noch : traue und glaube NIEMANDEM ,das verletzt dich nur noch mehr. Er machte mir vorwürfe ,schrie mich an, : bedeute ich dir nichts mehr ???blablabla….das wäre doch eigentl. mein part gewesen. Er war schließlich nie da.

Dann eines abends hatte ich die schnauze voll. Ich wollte nicht mehr….mein lebensmut hatte er mir endgültig genommen ! ich schrieb ihm sms ,er schrieb nur wieder vorwürfe zurück. Ich schnitt so lange bis das blut von meinem arm tropfte…..ich schnibbelte an meinen pulsadern herum…es blutete und blutete…..ich brach weinend zusammen. Ich konnte den letzten schnitt nich setzen.ich schrieb ihm eine sms ,er solle doch endlich mal bitte für mich da sein .ist das zuviel verlangt ??????????????????????? als er kam war alles voller blut. In so einer verfassung hatte er mich noch nie gesehen. Er fing an zu weinen,und meinte nur ,dass ihm alles so leid täte.ja……da kann er sich doch n eis für backen. Das is unverzeilich.Ab da versucht er es nun wirklich und bemüht sich immer da zu sein. Es is verdammt schwer im moment für mich .das ritzen ist nichts anderes als eine sucht ,aber ich versuche es mir abzugewöhnen ,klingt zwar doof ,aber is ehrlich so,manchmal fühl ich mich wie auf entzug. Nervösität,zittern,konzentrationsschwäche…alles kreist um die klinge. Aber ich halte stand. Ich bin jetzt seit einem monat clean,und mir geht es ganz gut. Mit meiner mutter geht es auch wieder besser. Wir sind beide einen schritt aufeiander zugegangen. Mh…..das mit meinem Freund ist sonne Sache……..ich hasse ihn ,aber ich liebe ihn auch.Das ist schwer nachvollziehbar. Aber mit einer trennung fertig zu werden ,da fehlt mir die kraft zu.Jedoch habe ich echte probleme damit ,wenn ich seh ,ihm geht’s super. Dann denk ich immer ,wieso geht es dir gut und mir nicht ? dir müsste es schlecht gehen,weil du mein leben mit ruiniert hast! Klingt echt dämlich ,aber ich denke viele ,denen es genauso geht können das nachvollziehen . Ich hab mir vorgenommen ,bald eine terapie anzufangen….und vll wäre ein klarer schlussstrich mit meinem freund das beste…aber wie gesagt….irgendwie liebe ich ihn trotz allem. Wie früher wird es nie wieder,der tag an dem ich mich für oder gegen ihn entscheide wird kommen. Es gint noch oft tage an denen ich nur im bett lieg und heule, aber dann höre ich die toten hosen :“steh auf,wenn du am boden bist“,und dann halte ich mir nur die schönen dinge vor augen ,und meine ziele.Ich will das abi packen und dann eine ausbildung zur kripokomissarin machen.das war schon immer mein traum ,und das zieh ich durch. Ich hoffe ,das ich einigen zeigen konnte ,das es wieder bergauf gehen kann…aber eben nur unter der bedingung das man will und sich helfen lässt…….



Verfasser: blackbabe
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